Vier Workshops und ein Vortrag

Workshop 1: Freitag, 19:45 – 21:15 Uhr   mit Martina Kreß
Selbstfürsorge mit Eutonie – bevor wir ausbrennen

In helfenden Berufen geschieht es schnell, dass wir eher beim Anderen sind, als bei uns selbst. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass die Zahl der Burn-out Diagnosen in sozialen Berufen besonders hoch ist. Die Schulung der Körperwahrnehmung durch Eutonie Gerda Alexander® hilft, sich selbst und die eigenen Grenzen (wieder) spüren zu lernen und für sich selbst zu sorgen.

Nicht nur das Wissen, sondern auch das konkrete Spüren unserer Körpergrenzen ist die Basis unserer Identität und damit Grundlage für eine gesunde Abgrenzungsfähigkeit. In diesem Workshop erkunden wir unsere Körpergrenzen mit verschiedenen Materialien und Zugängen. Wir erörtern, welche Bedeutung die achtsame Körperwahrnehmung  in der Selbstfürsorge hat und wie wir sie mehr in den beruflichen Alltag integrieren können.


Workshop 2: Samstag  9:00 – 10:30 Uhr mit Bernadette Waas
Eutonie als Türöffner: Zugang zu sich finden

Menschen mit psychischen Erkrankungen sind sich oft selbst entfremdet. Sie empfinden sich als Gefangene ihres Gedankenkarussells oder Spielball ihrer wechselnden Gefühlszustände. Starke Spannungs- oder auch Schmerzzustände, die sich im Körper  verfestigt haben sind häufige Begleiterscheinungen.

Die durch Eutonie Gerda Alexander® einsetzende Entspannung und Linderung von Schmerzen bringt zunächst eine Erleichterung in dieser Situation. Dadurch können sich Patientinnen und Patienten dem eigenen Körper in einer wertfreien Art und Weise zuwenden, Zugang zu sich finden,  Selbstwirksamkeit erleben und Selbstfürsorge entwickeln. Das ist ein erster Schritt, um Verantwortung für sich zu übernehmen und die Opferrolle zu verlassen. 

Ein anschließendes Interview mit einer Betroffenen ergänzt die praktische Arbeit. Chancen, Herausforderungen und Grenzen der Eutonie im Klinischen Alltag können erörtert werden.

 

Vortrag von Frauke Besuden: Samstag, 11:00 – 12:30 Uhr
Der Körper als Sprachrohr der Seele

Körperausdruck (Körpersprache), Körperwahrnehmung und Körpererleben - all diese Phänomene implizieren einen Anteil unserer Befindlichkeit. Das, was hier ‚aus-gedrückt’ wird, ‚zur Sprache kommt‘, kann mehrdeutig und manchmal auch rätselhaft sein.

Bei psychisch kranken Menschen wird besonders deutlich, wie der Körper als Medium eingesetzt wird, um schmerzhafte, leidvolle Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen. Dieses, meist unbewusste Geschehen bedarf der Entschlüsselung - wenn der Kranke wieder gesund werden will.

Nicht alle Ausdrucksformen, in denen die Befindlichkeit sich niederschlägt, sind aber gleich krankhaft. Wie gesund ist es doch, wenn die Seele einen Ort hat, nämlich den Körper, der ihr als Sprachrohr dient.  Mit der Eutonie gibt es einen Weg, daran zu arbeiten. 

 

Workshop 3: Samstag  14:30 – 16:00 (Teil 1) und 16:30 – 17:50 Uhr (Teil 2)
mit Renate Riese und Barbara Göger
Wege entstehen im Gehen – ein soziales Gruppenexperiment in Bewegung

In diesem Workshop erkunden wir zwei alltägliche menschliche Bewegungsarten: das Stehen als Ankommen und Verweilen an einem Ort und das Gehen als dynamische Fortbewegung im Raum.

Wir beginnen im Sitzen und wecken zunächst unsere Füße, erleben ihre Begegnung mit dem Boden, unsere Aufrichtung und Auseinandersetzung mit der Schwerkraft.

Aus dem bewussten Stehen kommen wir in ein freies Gehen, folgen den eigenen Impulsen, erkunden den Raum und begegnen Anderen. Wege kreuzen sich und trennen sich, verlaufen in großen Bögen oder streben geradewegs einem Ziel zu.

Schrittweise gehen wir in ein systematisches Erforschen von einzelnen Aspekten des Gehens über. So entstehen immer neue, überraschende Situationen, die unsere Reaktionsbereitschaft fordern. Wir bleiben wach für das innere und äußere Geschehen, für Entwicklungen im Miteinander und für unsere Möglichkeiten, es mitzugestalten.

Im Gespräch tauschen wir unsere Erfahrungen aus: Lassen sie sich auf alltägliche Situationen übertragen? Welchen Stellenwert hat das bewusste Stehen und Gehen im digitalen Zeitalter? Und was hat das alles mit Salutogenese zu tun?

 

Workshop 4: Sonntag, 9:00 – 10:30 Uhr  mit Cornelia Sachs
Was macht mein Körperbild mit mir und was mache ich mit ihm?
 

Das Selbstbild, das wir in uns tragen, bestimmt Vieles in unserem Alltag. Um uns diesem inneren Bild anzunähern, wenden wir uns der äußeren Umgrenzung zu und nehmen wahr, wie Berührung und Aktivierung der Haut unser Körpergefühl beeinflussen. Vom Äußeren gelangen wir ins Innere und erforschen unseren Innenraum. Dabei entdecken wir unterschiedliche Strukturen mit unterschiedlicher Empfindsamkeit. Das herausgearbeitete Körperbewusstsein kann in Ruhe und Bewegung erlebt werden.

 

Dann besteht die Möglichkeit, eine Körperzeichnung anzufertigen. Durch diese Zeichnung können wir Hinweise auf unser Körperbild erhalten und erfahren, was das Üben mit der Eutonie verändert.